Die gegenwärtige Börsensituation aus Sicht von Sun Tzu

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Vorweg: ich bin ein absoluter Dilettant was wirtschaftliche Zusammenhänge und die Börse angeht. Und deswegen macht mir der Vergleich zwischen den grundsätzlichen Situationen die Sun Tzu in seiner Schrift „Die Kunst des Krieges“ niedergelegt hat mit der gegenwärtigen Situation an der Börse auch besonderen Spass.

Die gegenwärtige Situation an der Börse (Mitte bis Ende August 2015)

  • am letzten Montag haben wir den grössten Kurseinbruch an einem Tag an der New Yorker Börse seit deren Bestehen gesehen, nach der Eröffnung fiel die Börse um 1000 Punkte und konnte innerhalb der folgenden Stunde einen Grossteil der Verluste wieder aufholen. Helle Aufregung war die Folge.
  • Die asiatischen Börsen sowie die Börsen der Schwellenländer crashen seit mehren Wochen stetig und fast unaufhaltsam vor sich hin. Mit Ausnahme des des oben erwähnten Ereignisses scheinen sich die westlichen Börsen also kaum mehr um den Rest der Welt zu kümmern, oder anders ausgedrückt: die Börsen der Schwellenländer und von China folgen nicht mehr den westlichen „Leit“-Börsen, sondern deren jeweilige Indizes scheren auseinander. Das ist seit mehreren Jahrzehnten in der Form nicht mehr vorgekommen und deshalb aussergewöhnlich und signifikant.

Wie lassen sich diese Beobachtungen nun mit Sun Tzu´s Grundsätzen vergleichen?

  • Sun Tzu sagt: „Flüchtende Vögel warnen vor einem Hinterhalt, aufgescheuchtes Wild warnt vor einem Überraschungsangriff“. „Aufgescheucht“ waren die Händler an der Börse letzten Montag ganz bestimmt.
  • Sub Tzu sagt: „Wenn die Hälfte der Truppen voran schreitet und die andere Hälfte der Truppen sich zurückzieht, dann ist es ein Köder“. Die verschiedenen Börsenstandorte scheren auseinander, es gibt gegenläufige Bewegungen.

Sun Tzu beschränkt sich bei der Analyse einer Situation nicht auf die unmittelbaren Geschehnisse, sondern berücksichtigt weitere Faktoren: 1. Moral, Disziplin und Ausbildung der Truppen, 2. & 3. die Gesetze des Himmels und der Erde, sowie 4. die angewandten Methoden und 5. die Person des befehlshabenden Generals. Bisher habe ich die angewandten Methoden beleuchtet: Köder und Hinterhalt. Daraus kann ich das Gelände ableiten, nach Sun Tzu müssen wir uns in „beengtem Gelände“ befinden, das ist ein Gelände in dem ein kleine Streitmacht eine vielfach überlegene Streitmacht vernichten oder schlagen kann, so wie einst die Spartaner unter Leonidas gegen die Perser unter Xerxes in der Schlacht bei den Thermopylen. Damals wollten eine riesen Menge Leute (die Perser) alle gleichzeitig durch ein Nadelöhr (die Thermopylen), wo Leonidas mit seinen Elitesoldaten sie erwartete und trotz gigantischer Unterzahl aufhalten konnte.
Warum? Sun Tzu sagt: In beengtem Gelände, ziehe Dich auf die Anwendung von Listen zurück. Das stellen von Hinterhalten und das Auslegen von Ködern sind listig, deshalb befinden wir uns in beengtem Gelände, wie beispielsweise einem Sumpf.
Die Gesetze des Himmels umfassen die Zeit. Die Zeit ist bekannt, wir befinden uns im Kondratieff-Winter – und zwar kurz bevor alles einfriert.

Ich erwarte jetzt nach Sun Tzu „Angriff durch Feuer“ bei dem das gesamte Heerlager (der Markt) und alle Vorräte (Depots) angegriffen werden. In den Sumpf getrieben wurde die feindliche Armee bereits. Welcher Hinterhalt sollte sonst anliegen? Bei der Flucht vor dem Feuer werden alle, die sich jetzt noch im Lager befinden, im Morast versinken. Wer jetzt noch drin bleibt, kommt aus der Todesfalle nicht mehr raus.

Die Methoden und die Gegebenheiten von Himmel und Erde konnte ich beleuchten. Der befehlshabende General ist mir unbekannt. Moral, Ausbildung und Disziplin liegen bei Ihnen, dem Leser.

Machen Sie sich bereit.

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